Der Fernsehsessel, der Stuhl am Esstisch, der Platz auf der Terrasse:
Mit den Jahren verbringen viele Menschen dort nicht nur mehr Zeit, sondern das Aufstehen danach wird auch spürbar beschwerlicher.
Laut Robert Koch-Institut stürzt etwa jede vierte Person ab 65 Jahren mindestens einmal pro Jahr, fast 10 % davon sogar mehrfach.
Der Moment des Aufstehens aus einem tiefen Sessel gehört zu den alltäglichen Bewegungen, bei denen genau das passieren kann.
Ein gutes Sitzkissen kann hier tatsächlich etwas verändern – aber nicht alles. Fangen wir mit dem wichtigsten Unterschied an, den viele beim Kauf übersehen.
Sitzkissen mit Aufstehhilfe vs. normales Komfort-Sitzkissen
Es gibt zwei völlig unterschiedliche Produktkategorien, die im selben Regal stehen.
Sitzkissen mit Aufstehhilfe (auch Katapultsitze genannt) arbeiten mit einem Feder- oder hydraulischen Mechanismus. Er wird beim Hinsetzen gespannt und unterstützt beim Aufstehen aktiv mit Hubkraft – teils mit bis zu 80 % Gewichtsentlastung.
Diese Hilfsmittel sind vor allem gedacht für:
- Menschen mit Arthritis oder anderen Gelenkerkrankungen
- Zustand nach Hüft- oder Knieoperationen
- Parkinson oder andere Erkrankungen mit deutlich eingeschränkter Beinkraft
Preislich liegen sie meist zwischen 80 und 300 Euro.
Mit ärztlicher Verordnung ist bei medizinischer Notwendigkeit eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse nach § 33 SGB V möglich.
Wichtig zu wissen: Das ErgoDuo gehört nicht in diese Kategorie.
Es hat keinen Feder- oder Hebemechanismus und hebt niemanden aktiv an. Wer spürbar eingeschränkt ist beim Aufstehen – etwa durch Gelenkbeschwerden oder eine deutlich reduzierte Beinkraft – sollte gezielt nach einer echten Aufstehhilfe suchen, am besten im Sanitätshaus oder nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt.
Was ein gutes Komfort-Sitzkissen trotzdem leisten kann
Auch ohne Hebemechanismus gibt es einige Dinge, bei denen ein durchdachtes Sitzkissen einen echten Unterschied macht.
Eine rutschhemmende Unterseite.
Beim Aufstehen stützt man sich oft unbewusst auf der Sitzfläche ab. Ein Kissen, das dabei wegrutscht, ist selbst ein Sturzrisiko – unabhängig davon, wie bequem es sonst ist.
Eine leichte Sitzerhöhung.
Je tiefer der Sessel, desto größer die Strecke, die die Beine beim Aufstehen überwinden müssen. Ein zusätzliches Kissen verkürzt diese Strecke etwas und kann das Aufstehen dadurch geringfügig erleichtern – ersetzt aber keine fehlende Beinkraft.
Eine stützende Rückenlehne statt Einsinken.
Aus einer aufrechten Sitzposition ist der Weg zum Stehen kürzer als aus einer Position, in der man tief in die Polster eingesunken ist.
Druckverteilung für lange Sitzphasen.
Wer viele Stunden am Stück sitzt, profitiert unabhängig vom Aufstehen von einer besseren Verteilung des Körpergewichts – das ist reiner Komfort, keine medizinische Wirkung.
3 einfache Regeln für sicheres Aufstehen
Unabhängig vom Sitzkissen selbst nennt der AGR e. V. (Aktion Gesunder Rücken) einige einfache Grundregeln, die das Aufstehen sicherer machen:
- Oberkörper zuerst nach vorne neigen, statt direkt nach oben zu drücken.
- Gewicht bewusst auf die Füße verlagern, bevor man sich hochstemmt.
- Armlehnen oder einen festen Haltegriff nutzen, statt sich allein auf die Beinkraft zu verlassen.
Wer regelmäßig ins Wanken gerät, profitiert langfristig zusätzlich von gezieltem Kraft- und Balancetraining für die Beine – dazu lohnt sich ein Gespräch mit einer Physiotherapiefachperson.
Häufige Fragen
Ist das ErgoDuo eine Aufstehhilfe?
Nein. Es ist ein Komfort-Sitzkissen mit Memory-Schaum, Rückenstütze und rutschhemmender Unterseite, aber ohne Feder- oder Hebemechanismus.
Wem hilft ein Sitzkissen mit echtem Hebemechanismus mehr als ein Komfort-Kissen?
Vor allem Menschen mit Arthritis, nach Hüft- oder Knieoperationen oder mit Erkrankungen wie Parkinson, bei denen die Beinkraft zum eigenständigen Aufstehen nicht mehr ausreicht.
Macht eine höhere Sitzfläche das Aufstehen automatisch leichter?
Sie kann es etwas erleichtern, weil die zu überwindende Strecke kürzer wird. Sie ersetzt aber keine fehlende Muskelkraft und ist kein Ersatz für eine echte Aufstehhilfe bei stärkeren Einschränkungen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein Sitzkissen?
Für ein reines Komfort-Sitzkissen wie das ErgoDuo in der Regel nicht. Für medizinisch verordnete Aufstehhilfen ist eine Kostenübernahme nach § 33 SGB V mit ärztlicher Verordnung möglich.
Kann ein Sitzkissen Stürze verhindern?
Nein, das kann kein Sitzkissen versprechen. Es kann durch eine rutschfeste Unterseite und eine unterstützte Sitzhaltung einen kleinen Beitrag leisten, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung bei erhöhtem Sturzrisiko.
Sitz sicher, steh selbstbestimmt auf,
Dein Vysera-Team